Gesetzte zum Betrieb von Drohnen und Flugmodellen in der Schweiz

In einem vorherigen Artikel haben wir uns bereits die neue Deutsche Drohnenverordnung näher angeschaut, welche seit April 2017 in Kraft getreten ist.

Nun wollen wir das Reglement in der Schweiz unter die Lupe nehmen und insbesondere die Frage klären, wie sich dies auf die Nutzung unserer Produkte in der Schweiz auswirkt.

Verantwortlich für alle Regeln und Normen rund um den Betrieb von Drohnen und Flugmodellen ist zunächst einmal das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL).

Grundsätzlich gilt für den Betrieb von Drohnen und Flugmodellen in der Schweiz, dass man bei einem Gewicht dieser von über 30 kg eine Bewilligung benötigt. Im Vergleich zu Deutschland ist das sehr großzügig. Hier wird schon ab 5kg eine offizielle Erlaubnis der Behörden verlangt.

Weiterhin wird in der Schweiz im Gegensatz zu Deutschland nicht nach privaten und gewerblichen Gebrauch unterschieden.

Im Folgenden gehen wir nun etwas mehr ins Detail.

  • Darf ich überall fliegen?
  • Wie hoch darf ich fliegen?
  • Wo darf ich filmen und aufnehmen?
  • Flugverbot über Menschenansammlungen
  • Ist FPV-Fliegen erlaubt?
  • Fliegen nur bei Sichtkontakt
  • Lokale Ausnahmen
  • Versicherungspflicht

Grundsätzlich ja aber mit vielen Einschränkungen: Genau wie in Deutschland und im Wesentlichen auch in allen anderen Ländern der Welt, herrscht absolutes Flugverbot an sensiblen und sicherheitskritischen Orten wie Flughäfen, militärischen Einrichtungen, Schutzgebieten für Wasser und Zugvögel etc.

So darf im Umkreis von 5 km von Flugplätzen und –häfen nicht geflogen werden. In Deutschland gilt hier nur ein Radius von 1,5 km. Auch muss die Privatsphäre Dritter respektiert und geachtet werden. Über fremde Grundstücke darf entsprechend nur geflogen werden, die dort lebende Person es gestattet.

In Flugkontrollzonen darf in einer Höhe von bis zu 150 m geflogen werden. Dies ist im Vergleich zu Deutschland dreimal so hoch (max. 50 m).

Zitat BAZL: „Ausserhalb dieser Zonen gilt es zu bedenken, dass ab einer Höhe von 150 m über Grund von unbewohnten Gebieten und 300 m über bewohnten Gebiet auch manntragende Flugzeuge und Helikopter anzutreffen sind. Diese haben kaum eine Chance, eine Drohne oder ein Modellflugzeug rechtzeitig zu erkennen und können daher kaum ausweichen.“

Weiterhin gilt die Regel, dass man auf Sichtkontakt fliegen muss. Unserer Erfahrung nach geht dies bis zu einer Entfernung von 300-400 m je nach Größe des Modells.

Wir raten daher davon ab, höher als 150 m respektive 300 m in den entsprechenden Gebieten zu fliegen.

Erlaubt sind Luft- und Landschaftsaufnahmen wie Fotos und Videos, sofern der Datenschutz, die Persönlichkeitsrechte und das Urheberrecht Dritter nicht verletzt werden. Stichwort „gesunder Menschenverstand“.

Wer wird schon gerne bewusst von Fremden fotografiert, geschweige denn findet es lustig, Fotos & Videos von sich online wiederzufinden, ohne dass vorher eine Erlaubnis eingeholt wurde?!

Daher immer fremde Menschen um Erlaubnis fragen, wenn man diese fotografiert oder filmt.

Genau wie in Deutschland dürfen auch in der Schweiz aus Sicherheitsgründen keine Menschenansammlungen überflogen werden. Die Schweizer bleiben aber hier nicht ganz so schwammig wie die Deutschen und definieren eine Menschenansammlung als eine Gruppe ab 24 Personen. Wobei man sich nicht auf die Zahl 24 festnageln sollte. Es ist eher als Anhaltspunkt zu verstehen.

Weiterhin muss ein Abstand von 100 m zu der Gruppe beim Fliegen gewährleistet sein . Für Ausnahmen muss man sich an das BAZL wenden.

First-Person-View (FPV) Fliegen ist erlaubt. Allerdings nur, wenn eine zweite Person dabei ist („Spotter“), Sichtkontakt hat und jederzeit in die Steuerung eingreifen kann. Hier ist man überraschenderweise in der Schweiz strenger als in Deutschland. Dies ist schade. Denn somit darf man unser SmartPlane ProFPV mit FPV-Brillen in der Schweiz nur mit einem Partner fliegen. Ausnahmen sind möglich nach Bewilligung durch das BAZL.

In der Schweiz gilt die grundsätzliche Regel, dass der Pilot Sichtkontakt haben muss. Dies untersagt somit auch autonomes Fliegen einer Drohne wenn kein Sichtkontakt vorhanden ist z.B. wenn einem die Drohne im Follow-Me-Modus die Skipiste herunter folgt. Dies wäre nur erlaubt, wenn eine zweite Person die ganze Zeit Sichtkontakt hat und eingreifen könnte.

Grundsätzlich ist das BAZL verantwortlich für die Regeln aber jeder Kanton oder jede Gemeinde kann lokale Besonderheiten bestimmen. Daher zur absoluten Sicherheit vorher im Internet bei der entsprechenden Behörde schauen, ob es lokale Einschränkungen gibt, z.B. Flugverbortszonen über sensiblen Einrichtungen oder Naturschutzgebieten. Komplett konträre Besonderheiten sind aber nicht zu erwarten. Zürich hat hier eine Vorreiterrolle und bereits eigene Bestimmungen erlassen.

Wer eine Drohne oder ein Flugmodell mit 500 Gramm Gewicht oder mehr betreibt, benötigt eine Haftpflichtversicherung mit einem Umfang von mind. 1 Millionen Franken.

Wo darf ich in der Nähe von Flughäfen, -plätzen und Flugkontrollzonen in der Schweiz fliegen?

Woher weiß ich, ob ich mich in einer Flugverbotszone oder –kontrollzone befinde?

Diese interaktive Karte gibt darüber Aufschluss, wo du fliegen darfst, wo nicht und wo nur eingeschränkt:

Interaktive Karte über Flugverbotszonen und Einschränkungen des Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL)

 

Weitere Details zu dem Thema Drohnen-Regeln & Gesetze in der Schweiz findest du hier:



Insgesamt empfinden wir die Schweizer Regelungen zum Betrieb von Drohnen und Flugmodellen etwas übersichtlicher als die Deutsche Drohnenverordnung und bis auf die Einschränkungen beim FPV-Flug sehr liberal. Der gesunde Menschenverstand steht im Mittelpunkt.

Für den Gebrauch von unseren TobyRich-Flugzeugen gibt es im Wesentlichen nur die Einschränkung beim FPV-Fliegen. Ansonsten könnt ihr relativ frei wie ein Vogel den Himmel mit unseren Fliegern bevölkern.

Habt ihr Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel? Schreibt uns gerne in die Kommentare und startet die Diskussion mit anderen.

 

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