Welche Gesetze gelten für den Betrieb von Drohnen? – Worauf du unbedingt achten solltest

Du willst dir eine Drohne zulegen oder hast schon eine, bist dir aber unsicher über die gesetzliche Situation bei der Nutzung?

  1. „Wo darf ich mit meiner Drohne (nicht) fliegen?“
  2. „Macht es einen Unterscheid ob ich mit einem Flugmodell fliege, einem Quadkopter (mit oder ohne Kamera) oder einem Helikopter?
  3. „Wo und wen darf ich (nicht) filmen?“

In diesem kompakten Artikel bekommst du deine Antworten.
Der Betrieb von Drohnen wurde in Deutschland 2017 neu vom Gesetzgeber geregelt. Zum 7. April 2017 ist die Drohnenverordnung in Kraft getreten.

Verkehrsminister Dobrindt verkündete dazu:

„Drohnen bieten ein großes Potenzial – privat wie gewerblich. Immer mehr Menschen nutzen sie. Je mehr Drohnen aufsteigen, desto größer wird die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen oder Unfällen. Für die Nutzung von Drohnen sind deshalb klare Regeln nötig. Um der Zukunftstechnologie Drohne Chancen zu eröffnen und gleichzeitig die Sicherheit im Luftraum deutlich zu erhöhen, habe ich eine Neuregelung auf den Weg gebracht. Neben der Sicherheit verbessern wir damit auch den Schutz der Privatsphäre.“

Wie eine Drohne vom deutschen Gesetzgeber definiert ist, wie und wo Abgrenzungen zwischen Flugmodellen, privater und gewerblicher Nutzung liegen, haben wir in diesem Artikel erläutert.

Im Folgenden bringen wir nun die wichtigsten Punkte der Drohnenverordnung auf den Punkt:

  • 1. Kennzeichnungspflicht
  • 2. Kenntnisnachweis
  • 3. Erlaubnisfreiheit
  • 4. Erlaubnispflicht
  • 5. Betriebsverbot
  • 6. Ausweichpflicht
  • 7. Einsatz von Videobrillen (First-Person-View)
Sofern deine Drohne eine Startmasse von 0,25kg überschreitet, bist du verpflichtet diese mit deinem Namen und Adresse zu kennzeichnen. Diese Plakette muss so angebracht sein, dass sie lesbar, dauerhaft und feuerfest ist.*

*Anmerkung: Es wurde eine Schonfrist bezüglich der Regelungen der Kennzeichnungspflicht und des Kenntnisnachweises eingeführt. Diese gelten erst ab dem 1.Oktober 2017.

Ein Kenntnisnachweis für den Betrieb von Drohnen ist erforderlich, sofern die Startmasse des Fluggerätes zwei Kilogramm überschreitet.*

*Anmerkung: Es wurde eine Schonfrist bezüglich der Regelungen der Kennzeichnungspflicht und des Kenntnisnachweises eingeführt. Diese gelten erst ab dem 1.Oktober 2017.

Drohnen unterhalb von 5kg benötigen keine Flugerlaubnis. Dies gilt für gewerbliche als auch private Anwendungen.

Ab einer Startmasse von 5kg wird eine spezielle Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde benötigt. Ein generelles Flugverbot außerhalb der Sichtweite wurde zudem aufgehoben und kann durch die jeweilige Landesluftfahrtbehörde erteilt werden für Geräte ab 5kg.

Ein Betriebsverbot gilt für Drohnen (also auch den Flugmodellen von TobyRich):

  • Außerhalb der Sichtweite für Geräte unter 5kg
  • über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von
    • sensiblen Bereichen, z.B. Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Menschenansammlungen, Krankenhäusern, Anlagen und Einrichtungen wie JVAs oder Industrieanlagen, oberste und obere Bundes- oder Landesbehörden, Naturschutzgebieten;
    • Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen;
  • in Kontrollzonen von Flughäfen sofern eine Flughöhe von 50 Metern überschritten wird;
  • innerhalb eines Radius von 1,5 km zu Flughäfen
  • über Wohngrundstücken wenn das Gerät mehr als 0,25 kg wiegt oder dieses bzw. seine Ausrüstung in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen. Eine Ausnahme gilt sofern der in seinen Rechten Betroffene dem Überflug zustimmt.
  • in Flughöhen über 100 Metern über Grund. Dieses Verbot gilt nicht auf Modellflugplätzen.

Ausnahmen können bei der zuständigen Landesluftfahrtbehörde beantragt werden.

Unbemannte Fluggeräte also Drohnen, sind verpflichtet bemannten Luftfahrtzeugen und unbemannten Freiballonen auszuweichen.

Fliegen mit einer FPV-Brille ist erlaubt, wenn diese eine Höhe von 30 Metern nicht überschreiten und das Fluggerät nicht mehr als 250 Gramm wiegt. Wenn die Drohne jedoch über 250 Gramm wiegt, muss eine andere Person das Fluggerät permanent in Sichtweise behalten und in der Lage sein, den Piloten auf Gefahren aufmerksam zu machen.

Eine tolle visuelle Zusammenfassung bietet die offizielle Grafik zur Drohnenverordnung vom BMVI.

Quelle: BMVI

Eine weitere wirklich hilfreiche Grafik ist auch der Entscheidungsbaum der Deutschen Flugsicherung (DFS). Diesen findet ihr hier.

Das waren eine Menge Informationen und für alle die es noch genauer wissen wollen, haben wir am Ende einige weiterführenden Links aufgeführt.

Und was gilt für die Flugmodelle von TobyRich?

Zunächst einmal gehen wir davon aus, dass unsere Flugzeuge rein privat zum Spaß genutzt werden. Per Definition (siehe hierzu unseren Artikel zur Definition von Drohnen) sind sie damit alles Flugmodelle.

Weiterhin entscheidend ist, dass alle unsere Modelle deutlich weniger wiegen als 0,25kg. Das Moskito wiegt gut 20 g und die SmartPlane Pro Modelle etwa 38 g.

Demnach müssen unsere Modelle nicht gekennzeichnet werden, noch benötigt ihr einen Kenntnisnachweis oder eine generelle Flugerlaubnis (siehe Punkte 1-4 oben). Allerdings müsst ihr die Punkte 4 bis 7 berücksichtigen. Also vor allem wo ihr damit fliegt.

Beachtet weiterhin, dass ihr mit unserem Moskito oder dem SmartPlane Pro sehr wohl über Wohngrundstücke fliegen dürft, da diese „keine optischen, akustischen oder Funksignale empfangen, übertragen oder aufzeichnen können.“

Der Überflug mit dem SmartPlane ProFPV ist jedoch ohne Erlaubnis der Betroffenen untersagt. Als eine der wenige Drohnen im FPV-Bereich, darfst du unser SmartPlane ProFPV dagegen alleine fliegen solange du eine Höhe von 30 Metern nicht überschreitest. Denn unser SmartPlane ProFPV liegt mit seinem Gesamtgewicht von ca. 38 g deutlich unter der kritischen Grenze von 250 g.

Nichtsdestotrotz empfehlen wir nur mit vorheriger Rücksprache der Grundstücksbesitzer über Wohngebiete zu fliegen. Euch würde es ja wahrscheinlich auch nicht gefallen, wenn über eurem Garten ständig ein Flugzeug kreisen würde. Ihr sollte auch immer berücksichtigen, man vom Boden nur schwer beurteilen kann ob das Flugzeug eine Kamera hat oder nicht. Daher lieber vorher den Nachbar fragen, bevor man über seinen Garten cruised und Verärgerung auf sich zieht als vermeintlicher „Spion der Lüfte“.

Bei de Flughöhe dürft ihr bis zu einer Flughöhe von 100 Metern fliegen außer ihr befindet euch in einer Flugkontrollzone wo nur maximal 50 Meter erlaubt sind. Da in solchen Höhen der Wind ganz schön stark wehen kann und man Probleme bekommt unsere Flugzeuge noch mit dem bloßen Auge zu erkennen, sind 50 Meter völlig ausreichend für unsere Modelle.

Es gibt also keine wirkliche Einschränkung für die Nutzung unsere Flugzeuge.

Ansonsten beachtet die entsprechenden Einschränkungen und Verbote unter Punkt „5. Betriebsverbot“ und ihr seid „safe“.

Grundsätzlich habt ihr am meisten Freiheiten auf ausgewiesenen Modellflugplätzen. Hier ist es je nach Region auch möglich einige Hundert Meter hoch zu fliegen. Details erfahrt ihr bei den Verantwortlichen vom entsprechenden Modellflugplatz.

Befinde ich mich in einer Flugkontrollzone?

Falls ihr nun unsicher seid ob ihr euch in einer Flugkontrollzone befindet oder sonstige Gebiete mit Einschränkungen oder Verbot euren Flugpfad kreuzen, dann empfehlen wir euch folgende Hilfen:

DFS-DrohnenApp: https://www.dfs.de/dfs_homepage/de/Drohnenflug/Regeln/DFS-DrohnenApp/

Die App zeigt euch für jeden Standort in Deutschland an welche Regeln zu beachten sind und ob es Verbote oder Einschränkungen für den entsprechenden Luftraum gibt. Dabei könnt ihr in der App alle eure Drohnen anlegen und bekommt so Drohnen-spezifisch Information was erlaubt ist und was nicht. Auch das Logbuch macht Spaß, da es euch eine Übersicht der bereits durchgeführten Flüge gibt.

DFS-DrohnenApp
DFS-DrohnenApp: https://www.dfs.de/dfs_homepage/de/Drohnenflug/Regeln/DFS-DrohnenApp/

Map2fly: https://map2fly.flynex.de

Eine weitere Orientierung bietet der interaktiven Kartenservice Map2fly von der Firma Flynex. Diese zeigt ähnlich wie die App vom DFS Zonen mit Einschränkungen und/oder Flugverboten an.

Ansonsten empfehlen wir euch die jeweilige Allgemeine Flugerlaubnis eurer Landesluftfahrtbehörden zu studieren für etwaige Ausnahmen und Sonderbestimmungen.

  • Eine Übersicht der Luftfahrtbehörden findet ihr hier.

Wir hoffen nun Klarheit über die Benutzung von Drohnen und insbesondere unseren Flugmodellen gegeben zu haben. Solltet ihr weitere Fragen haben, postet diese gerne unten in den Kommentaren.

 

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